Globale Ernteschlacht

Wie viele Menschen die Erde ertragen kann, hängt von der Lebensweise ab. In diesem Jahr wird die Erdbevölkerung die 7-Milliarden-Marke überschreiten. Mit gigantischem Materialeinsatz und neuen Strategien kämpfen Staaten auf allen Kontinenten gegen den Hunger.

Die Lebensmittelpreise steigen schier unaufhörlich. Allein in den letzten zwölf Monaten verteuerten sich die Artikel bei den Discountern hierzulande um sieben Prozent, ergaben jüngste Warenkorb-Untersuchungen. Zu den Hauptgründen zählen die hohen Rohstoffpreise und die zunehmende Nachfrage wegen der wachsenden Weltbevölkerung. „Wir stecken mitten in einer globalen Lebensmittelkrise“, konstatiert der US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman.2011 ist das Jahr, in dem die Weltbevölkerung die 7-Milliarden-Marke überschreiten wird – aktuellen UN-Prognosen zufolge am 31. Oktober. Experten befürchten, dass die globale Nahrungsmittelproduktion nicht mehr Schritt halten kann im Wettlauf mit dem Bevölkerungswachstum. Noch liegt die Menschheit gut im Rennen. Zwar leiden 925 Millionen an Hunger, doch die Welternährungsorganisation FAO meldet sinkende Zahlen. Die Weltbevölkerung stieg von 1961 bis 2009 auf das 2,2-Fache, die Getreideerzeugung auf das 2,8-Fache. Nun fragen sich viele, ob der positive Trend anhält.

Die Krise wird aber auch als Signal für den Aufbruch genutzt.

Denn die Landwirtschaft ist noch lange nicht am Ende. Obiageli Ezekwesili, Vizepräsidentin der Weltbank für Afrika, gibt sich optimistisch. Durch die Preisanstiege sei die Wichtigkeit der Landwirtschaft wiederentdeckt worden, sagt sie. „Eine beträchtliche Zahl afrikanischer Länder ist nun in der Lage, jährliche Produktivitätssteigerungen von drei Prozent zu realisieren. Zuvor waren es weniger als ein Prozent.“

Tatsächlich kann man in vielen Schwellenländern und auch in Afrika einen Boom der Landwirtschaft beobachten. Patrick Caron, Forschungsleiter des Zentrums für Internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung (CIRAD) in Paris, bezeichnet es als große Überraschung, dass sich in Afrika die Getreideerträge von 1961 bis 2003 verdoppelt haben. Mitte der 1960er-Jahre mussten in Entwicklungsländern noch 57 Prozent der Menschen mit weniger als 2200 Kalorien pro Tag auskommen, Ende der 1990er waren es nur noch zehn Prozent.

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